Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes,
unter dieser Rubrik will ich jedes Mal ein bestimmtes Stichwort aufgreifen, über das es sich genauer nachzudenken lohnt. Oftmals benutzen wir im Alltag Wörter, ohne dass wir uns über Herkunft und
Bedeutung genügend Rechenschaft ablegen. Nicht selten, besonders in politischen Zusammenhängen, werden aus Wörtern bloße Schlagwörter oder Modewörter. Sie werden dann bei jeder passenden und
unpassenden Gelegenheit verwendet. Der allzu häufige Gebrauch führt dann irgendwann dazu, dass das Wort inhaltsleer wird und am Ende nicht mehr glaubwürdig ist.
Vor solchem Gebrauch von Sprache sollten wir uns hüten. Denn die Sprache ist unser wichtigstes Werkzeug, um uns zu verständigen. Nicht immer können wir im Alltag unsere Worte auf die Goldwaage
legen. Wir sollten aber schon im Blick behalten, was wir mit unseren Worten bei anderen Menschen erreichen und bewirken. Bekanntlich gibt es Worte, die trösten können, und Worte, die verletzen
können. Wenn wir also reden, dann sollen wir es mit Bedacht tun.
Ein sorgfältiger Umgang mit Wörtern ist umso mehr nötig, wenn wir es mit biblischen Wörtern zu tun haben. Denn erstens ist die Bibel nicht auf Deutsch entstanden, denn diese Sprache gab es damals
noch nicht. Wenn wir die Bibel lesen, handelt es sich also immer um den Versuch einer Übersetzung aus den Ursprachen.
MOMENT MAL: EHRENAMT
Und zweitens begegnen uns in der Bibel zahlreiche Ausdrücke, die zwar einfach erscheinen, deren Sinn aber dennoch schwer zu verstehen ist. Solche Inhalte verständlich zu machen, ist eine
wesentliche Aufgabe der Predigt.
Nun aber zurück zu dem eingangs erwähnten Vorhaben. Das erste Stichwort, was mir eingefallen ist, ist das Ehrenamt. Mir ist es deshalb eingefallen, weil ich schon in den ersten Tagen meines
Hierseins gesehen habe: Das Ehrenamt ist unentbehrlich. Das gilt durchaus nicht nur für die Kirchengemeinden, sondern auch für unzählige andere Vereine, Einrichtungen und Initiativen. Sehr viele
kleine Einrichtungen können es sich nicht leisten, hauptamtliche Mitarbeiter zu bezahlen. Sie könnten ihre Aufgaben nicht erfüllen, wenn sich nicht genügend Menschen finden würden, die zu
freiwilliger und unentgeltlicher Mitarbeit bereit sind.
Was also hat es mit dem Ehrenamt auf sich? Mit Ehre haben diese Beschäftigungen relativ wenig zu tun. Ein besonderes Ansehen in der Öffentlichkeit verschaffen sie in der Regel nicht. Vielmehr
geschieht diese Arbeit oftmals in der Stille und im Verborgenen. Und trotzdem gibt es zahlreiche Menschen, die sich auf diese Weise zum Wohle anderer Menschen engagieren. Auf den ersten Blick ist
das in einer scheinbar egoistisch gewordenen Welt erstaunlich. Auf den zweiten Blick kann man aber erkennen, dass auch das Ehrenamt ein Geben und Nehmen ist.
MOMENT MAL: EHRENAMT
Nicht wenige Mitmenschen sind nämlich auf der Suche nach einer Beschäftigung, die sie als sinnvoll und zufriedenstellend erleben können. Bei einer bezahlten Arbeit, die wir um des Geldverdienens
leisten müssen, ist das bekanntlich nicht immer der Fall.
Auch und gerade unsere Kirchengemeinden könnten ohne das Ehrenamt nicht existieren. Zu nennen sind in erster Linie diejenigen, die ihre Freizeit für den Gemeindekirchenrat und die Ortskirchenräte
opfern. In den groß gewordenen Pfarrsprengeln mit vielen Dörfern gilt um so mehr: Was nicht vor Ort geplant und umgesetzt wird, das wird nicht geschehen. Daneben finden sich Menschen, die ihre je
eigenen Gaben einbringen und sich für ganz bestimmte Bereiche einsetzen. Dazu gehören die helfenden Hände, die unsere Kirchengebäude in Ordnung halten und für Gottesdienste und Veranstaltungen
herrichten.
Ferner gibt es, Gott sei Dank, Ehrenamtliche für den Kindergottesdienst, für die Pflege des Pfarrgrundstücks, für die Planung von Konzerten, für die Sammlung der Frauenkreise und nicht zuletzt
ehrenamtliche Lektoren und Organisten. Und wenn ich einen Bereich vergessen habe, so ist das keine böse Absicht, sondern geht auf das Konto meiner Unwissenheit. Allen also, die sich ehrenamtlich
innerhalb und außerhalb der Kirchengemeinde engagieren, gebührt ein großer Dank!