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BILDBETRACHTUNG


Noch bevor ich dort den ersten Gottesdienst gehalten habe, bin ich dank der „Offenen Kirche“ ganz allein in Breddin und Stüdenitz gewesen, um mich dort mit diesen grundverschiedenen Kirchen vertraut zu machen. Die Fotos sind im Grunde genommen nur Schnappschüsse mit dem Smartphone und nicht professionell mit einer richtigen Kamera aufgenommen. Trotzdem vermitteln diese Bilder einen ersten Eindruck, der auch im Gedächtnis haften bleibt.

Unsere so zahlreichen Dorfkirchen sind allesamt ganz individuelle Gebilde. Sie atmen den Geist der Jahrhunderte, weil viele Generationen ihre bauliche Gestalt geprägt haben. Dasselbe gilt für das Inventar, das an manchen Orten reichhaltiger, an anderen Orten weniger umfangreich ist. Bei genauerem Hinsehen ist jedenfalls zu erkennen, dass der innere Schmuck der Kirchen kein Zufall ist. Von der mittelalterlichen Ausstattung ist meist nur wenig erhalten, weil insbesondere der Dreißigjährige Krieg furchtbare Verwüstungen angerichtet hat. In anderen Fällen waren es Brände, die für den Verlust wertvoller Gegenstände gesorgt haben.

Oft waren es wohlhabende Patrone, die späterhin für neue Altäre, Kanzeln oder Glocken gesorgt haben. Sofern die Gemeinden wohlsituiert waren, konnte man sich auch andere Ausstattungsstücke leisten. Zu den wertvollsten Anschaffungen zählten insbesondere die Orgeln, die in der Regel erst seit dem 19. Jahrhundert Einzug in die Dorfkirchen hielten.

In jüngster Zeit sind enorme Anstrengungen unternommen worden, die Kirchen in einen guten baulichen Zustand zu versetzen. Das sieht man auch auf den ersten Blick der Breddiner Kirche an. Es gehört zu den ganz seltenen Ausnahmen, dass man durch eine Urkunde das genaue Jahr der Einweihung kennt: 1273. Von dieser sehr langen Geschichte sieht man aber als heutiger Besucher der Kirche so gut wie nichts. Vielmehr ist der im Gegensatz zu Stüdenitz recht schlicht gehaltene Innenraum vor allem durch die Umbauten des 19. Jahrhunderts geprägt. Nur wenige neue Inventarstücke sind hinzugefügt worden, die sich in vornehmer Zurückhaltung gut in den Raum einfügen. 

So wird das Auge des Betrachters fast schon automatisch auf die biblischen Sprüche gelenkt, die den Altarbereich zieren. In der halbrunden Apsis selbst sind es zwei Verse aus dem Johannesevangelium, die sich auf die Abendmahlsfeier beziehen lassen (Ich bin das Brot des Lebens / Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben). Über allem aber thront auf dem Apsisbogen ein Wort, das wohl zu den bekanntesten Bibelversen gehört: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Die bewusst altertümlich gestaltete Schrift verweist auch auf die Bibelstelle: Psalm 23, Vers 1. Unendlich oft ist dieses Wort auch als Tauf- oder Konfirmationsspruch verwendet worden. Und in der Tat: Wir tun gut daran, uns oft an diesen Vers zu erinnern. Wer ihn sich wirklich zu Herzen nimmt, wird eine Ruhe und Zufriedenheit gewinnen, die es nirgendwo zu kaufen gibt.


Urlaubsvertretung im Pfarramt

Der Sommerurlaub von Pfarrer Czubatynski ist geplant für den 18. bis 30. August. Wenn in dieser Zeit dringende Angelegenheiten (auch Beerdigungen) vorfallen, haben freundlicherweise die Vertretung übernommen:

18.-24.08: Pfarrer Begrich in Havelberg, Tel. 03 93 87 / 7 91 04
25.-30.08: Pfarrer Rohde in Kyritz, Tel. 0151 / 72 92 99 55